Terra Fantasy 7

Das Mal der Dämonen

  • Originaltitel: BRAK THE BARBARIAN VERSUS THE MARK OF THE DEMONS

  • Autor: John Jakes

  • Aus dem Amerikanischen von Lore Straßl

  • Titelbild: ?

Abenteuer aus dem Zeitalter des Blutes und der Magie

Der Totenwind heult durch Logols Wüste und bringt Unheil über Mensch und Tier. Brak aber, der flachshaarige, große und muskulöse Barbar, der aus dem Norden stammt und das Breitschwert wie kein anderer handzuhaben weiß, fürchtet sich nicht. Zu sehr lockt ihn das Goldene Khurdisan, das Land seiner Träume.

Doch schlimmere Gefahren noch als der Totenwind lauern in Logol auf ihn. Dämonen treiben hier ihr Unwesen. Aus dem Dunkel schlagen sie zu. Wenn sie ihren unersättlichen Hunger gestillt haben, bleibt von den Opfern nur die schlaffe, leere Haut.

Bruder Pol, der Nestorianer, kennt als einziger ein Mittel, wie man die Ungeheuer töten kann. Doch er ist schwach. Er zweifelt an seinen eigenen Kräften und an denen des Namenlosen Gottes.

So kämpft Brak alleine gegen die Blutesser und die anderen Gefahren Logols.

Vorwort Hugh Walker:

Bereit für ein neues Abenteuer in Braks barbarischer Welt?

Para Terra nennt sie Lin Carter.

Daß sie in einem parallelen Universum liegt, wissen wir aus einem Vorwort John Jakes, aus dem ich hier einen Ausschnitt wiedergeben möchte. Kurz nach Erscheinen der ersten Brak-Story im Magazin FANTASTIC schrieb ein Leser, Brak wäre nichts weiter als ein schwacher Abklatsch von Conan, und der Autor müsse entweder davon noch nie gehört haben, oder wollte mit der Masche des erfolgreichen Howard sein Geschäft machen.

Gewiß schmerzliche Anschuldigungen für einen Autor.

John Jakes kannte natürlich Howard. Er war ein Fan von Howards "Heldengeschichten". Und er erkannte die Vorherrschaft von Howards Conan neidlos an.

Warum also trotzdem Brak? Der Autor erklärte dazu:

"Meine Gründe dafür, über einen Helden wie Brak zu schreiben, sind ganz einfach. Es gibt nicht genug Geschichten dieser Art. Nicht genug für meinen Geschmack wenigstens. Um diese Lücke zu füllen, wurde Brak geboren, mit dem langen blonden Zopf und dem Traum vom Süden."

Auch andere Briefe gab es damals: Einem Leser schien Brak eine Kombination aus König Artus, Robin Hood, Abraham Lincoln, Tarzan und Gary Cooper - zu gut, um erträglich zu sein. Aber bei der überwiegenden Zahl der Leserschaft fand Brak Anklang, und eine ganze Reihe weiterer Stories und Romane erschienen.

In einer Diskusion im Geleitwort beschäftigten sich Herausgeber mit der frage, warum Braks Abenteuer solchen Anklang fanden, obwohl  Brak selbst eine recht "zweidimensionale" Figur sei, obwohl man außerdem ziemlich genau vorhersagen konnte, was er tun würde, wie er reagieren würde. Die Handlung selbst war in manchen Dingen auch vorhersehbar. Zudem war klar, das Brak gewinnen würde. Khurdisan wartet ja auf ihn.

Ein Leser meint, Brak, der Barbar wäre eigentlich kein Barbar wie Howards Conan oder Leibers Fafhrd. Letztere soffen und hurten und waren auch sonst recht kriminell. Alles Dinge, die bei Brak nicht zu finden wären. Conan und Fafhrd verließen sich mehr auf ihre Muskeln, während Brak durchaus fähig schien, eine Situation auch mit dem Kopf zu meistern. Brak, so meint er, wäre ein zivilisierter Abenteurer in den Kleidern eines Barbaren. Und warum sollte der nicht in eine Schwert-&-Magie-Erzählung passen? Er führt dazu einige Beispiele an, die auch ich in diesem Zusammenhang nennen würde: Grauer Mausling, C. L. Moores Jiril of Joiry, R. E. Howards Kull von Atlantis. Es bedarf keines Barbaren als Helden solcher Abenteuer.

Stimmt.

Einen Schritt weiter, und wir haben jene Fantasy-Geschichten, in denen ein Mensch aus unserer eigenen modernen Welt in eine barbarische gelangt und sich dort behaupten muß - in den meisten Fällen durch seinen Verstand und sein Wissen. Das entmystifiziert aber erwiesenermaßen. Der modern denkende Verstand, der keine Wunder und keine magischen Dinge akzeptiert, wird alles mit kalter Vernunft sehen, oder zu sehen trachten.

Brak (und all die anderen barbarischen Fantasy-Helden) sieht die Dinge mit jenem Weltverständnis, das dieser fiktiven Welt entspricht. So wie die griechischen Helden die Welt gesehen haben mochten - voller Götter und Zauberei, Geheimnisse und Gefahren, durch die ein starker Arm führen mochte, oder ein Amulett oder der Schutz der Götter - aber nicht viel mehr.

Zudem ist der starke Arm des Helden und sein Schwert jene weiße Kraft, die den schwarzen Kräften der Magie die Waage hält.

Der Leser, der einen Teil des Kindes in ihm, das von märchenhaften Abenteuern träumt, vor dem Erwachsen sein (oder - werden) bewahrt hat, wird an Braks Abenteuern Gefallen finden, kaum aber der intellektuelle Leser, der es sich zur wertentscheidenden Angewohnheit gemacht hat, in allem und jedem nach politischen, gesellschaftskritischen, psychologischen und der gleichen mehr Relevanzen zu suchen.

Die Gefahren, die unseren Helden bedrohen, seine Gegner, sind keine Geschöpfe, Menschen oder Kräfte aus unserer bekannten Welt. Ihre Fremdartigkeit ist Reiz genug um den Leser zu fesseln. Es ist nicht notwendig, komplizierte Charaktere zu entwickeln. Wichtiger ist, daß das Abenteuer abrollt und daß die fremdartige, geheimnisvolle Atmosphäre erhalten bleibt.

An all dem mangelt es in Braks Geschichten nicht, und darin mag vielleicht das Geheimnis der Beliebtheit solcher Serien liegen.

Die Jahre 1963 - 1965, während der die meisten Brak-Stories in FANTASTIC erschienen, war überhaupt die Zeit, in der dieses Magazin seine stärkste Fantasy-Phase hatte. Neben vielen Geschichten bekannter Autoren erschien auch ein großer Teil der Stories um zwei andere Fantasy-Helden, die dem deutschen Leser inzwischen ein begriff geworden sind: Fritz Leibners Fafhrd und des Graue Mausling.

Später änderte das Magazin seine Politik wieder und wandte sich mehr der Science-Fiction zu und unterschied sich jahrelang kaum von seinen Schwestermagazin AMAZING STORIES. Erst in den siebziger Jahren kam ein erneuter Umschwung, nachdem Fantasy auf dem Taschenbuchmarkt ein breites Publikum gewonnen hatte. Es brachte neue Stories von Fafhrd und dem Mausling. Auch die vier Novellen des letzten geplanten CONAN-Bandes (CONAN OF AQUILONIA) von Lin Carter und L. Sprague de Camp erschien darin, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Der vorliegende Band entstand 1969.

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