Terra Fantasy 21

Flug der Zauberer

  • Originaltitel: FLASHING SWORDS - 1 (2. Teil)

  • Hrsg.: Lin Carter

    • Kinder des Wassermanns

      • Originaltitel: THE MERMAN`S CHILDREN

      • Autor: Poul Anderson

    • Flug der Zauberer

      • Originaltitel: MORREION

      • Autor: Jake Vance

  • Aus dem Amerikanischen von Lore Straßl

  • Titelbild: ?

Von der Vergangenheit in die Zukunft

Lin Carter, der bekannte SF- und Fantasy-Autor und Mitverfasser der berühmten CANON-Serie, präsentiert in der vorliegenden Anthologie zwei der neuesten Weke auf dem Fantasy-Sektor.

Kinder des Wassermanns von Poul Anderson

Die Geschichte von den Verdammten, die in den Tiefen des Meeres zu Hause sind.

Flug der Zauberer von Jack Vance

Die Geschichte von den Magiern, die bis zum Ende des Universums vordringen.

Flug der Zauberer Ist der dritte Anthologie-Band in der TERRA-FANTASY-Reihe.

Vorwort von Lin Carter und Hugh Walker:

Vor vierzig Jahren starb Robert E. Howard, der 1932 mit der story "The Phoenix on the Sword" (Im Zeichen des Phönix aus CONAN DER USURPATOR) ein Genre begründete, dem Fritz Leiber Jahrzehnte später den Namen Swords and Sorsery (Schwert und Magie) gab.

Held der Story war ein barbarischer Abenteuerer, Conan von Cimmerien, Schauplatz eine prunkvolle, glitzernde Welt der Phantasie, wie sie 15 000 Jahre vor Christi Geburt existiert haben könnte, in jenen dunklen und unerforschten Jahrtausenden zwischen dem Untergang von Atlantis und der Entstehung Ägyptens und Chaldäas.

Im "Zeichen des Phönix" war eine Abenteuerstory mit den Elementen der Fantasy und des Horrors. Letzteres war notwendig, wollte man eine Story an WEIRD TALES verkaufen. Die Leser waren begeistert und verlangten nach mehr. Howard, der in den Jahren zuvor ähnliche Stories mit weniger Glück versucht hatte, darunter KING KULL und BRAN MAK MORN, schrieb CONAN-Story um CONAN-Story in den vier verbleibenden Jahren seines Lebens. Red Neils ("Aus den Katakomben" aus CONAN, DER KRIEGER) war die letzte. Sie erschien in drei Teilen von Juni bis Oktober 1936 in WEIRD TALES, und Howard hat ihre Veröffentlichung nicht mehr erlebt. Er erschoß sich am 11. Juli 1936 in einem depressieven Augenblick über den bevorstehenden Tod seiner Mutter.

Wenigen Schriftstellern ist es vergönnt, etwas Neues zu schaffen. die meisten begnügen sich damit, im Rahmen der gesetzlichen Regeln zu arbeiten. Howard war sicher einer dieser begabten Außenseiter.

Die CONAN-Stories waren etwas Neues. Nicht sosehr der Held selbst. Übermenschliche Heldengestalten finden wir auch in den alten Sagen, Ungeheuer und das Übernatürliche ebenfalls. Die Nibelungen-Sage oder Beowulf, die griechische Sagen, sie alle enthalten die Rohmaterialien der Schwert-und-Magieerzählung. Howard war es, der sich ihrer bediente und damit erfolgreich war. CONAN war die populärste Serie in WEIRD TALES während der dreißiger Jahre, und Howards Tod und die CONAN-hungrigen Leser stürzten WEIRD TALES vorübergehend in ein Dilemma. Doch dann versuchten andere Autoren sich auf dem gebiet, und Schwert und Magie wuchs zu einem eigenständigen Genre innerhalb der phantastischen Literatur.

Bereits zu Howards Zeit schrieb C. L. Moore ihre Stories um einen weiblichen Conan, nämlich Jirel of Joiry. Nach Howards Tod, noch in den dreißiger Jahren, folgten Clifford Ball, Henry Kuttner (mit seinen ELAK-Geschichten), Norwell W. Page und schließlich Fritz Leiber mit seinen wohlbekannten Fafhrd-und-Mausling-Geschichten.

Aus dem Bereich der Science-Fiction und der Horror-Literatur rekrutierte sich in den fünfziger und sechziger Jahren eine weitere Generation von Autoren, die Erzählungen in CONAN-Manier schrieben; vor allem L. Sprague de Camp, der bei der durchsicht von Howards Nachlaß auf einen Stapel unveröffentlichte oder fragmentarischer CONAN-Stories stieß und diese in verschiedenen Magazinen veröffentlichte, wobei er die Fragmente selbst vollendete. Ihm ist auch die (fast) vollständige CONAN-Ausgabe - es erschienen elf der geplanten zwölf Bände - bei Lancer Books zu verdanken, die ja Anfang der siebziger Jahre auch in deutscher Sprache erschienen. De Camp schrieb auch seine eigene Serie von Schwert-und-Magie-Erzählungen, die Pusad-Stories, die Atlantis zum Hintergrund haben.

Einer der weiteren Autoren ist John Jakes, dessen Abenteuer von BRAK, dem Barbaren, bereits in unserer Reihe erschienen sind. Auch Andre Nortons Hexenwelt-Bücher gehören dazu und Michael Moorcocks phantastische Zyklen um ELRIC, oder CORUM oder HAWKMOON. Und schließlich auch der Herausgeber dieser Anthologie, Lin Carter, dessen Held THONGOR Lemurien unsicher macht.

Zur Vorliegenden Geschichte schreibt Poul Anderson: "Wer die mittelalterliche Ballade von Agnete und ihrem Geliebten kennt, dem wird auffallen, daß meine Geschichte ein wenig davon abweicht. Hier hat sie ihm Söhne und Tochter geboren, und der Schauplatz wurde von England nach Dänemark verlegt. Das geschah nicht nur um der Erzählung willen, sondern auch der Glaubwürdigkeit wegen. Sieben Knaben hintereinander ist ziemlich unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich die Legende sicherlich verändert, um ihren Zauber zu behalten. Ich hoffe, daß auch meine Version in diesem Sinne ist."

Jack Vance ist jetzt in den Fünfzigern und lebt in Oakland - wenn er nicht gerade in abgelegenen Teilen Irlands oder Portugals oder Korfus auf Reisen ist. Er studierte an der Universität von Kalifornien und war während des zweiten Weltkrieges in der Handelsmarine. Zweimal wurden Schiffe, auf denen er sich befand, torpediert. Bereits vor dem Krieg hatte er vor, professioneller Schriftsteller zu werden. Aber erst gegen Ende des Krieges gelang es ihm, Stories an Sam Mervin, dem Herausgeber von STARTLING STORIES und THRILLING WONDER STORIES zu verkaufen. An die dreißig Bücher sind von ihm inzwischen erschienen, von denen einige den HUGO und andere Preise erhielten, unter anderem DRAGON MASTERS. Verschiedene seiner mehr Fantasy-orientierten Romane erschienen bereits in der TERRA-NOVA-Reihe.

Womit er sich als Fantasy-Autor einen Namen machte, ist vor allem das Buch DYING EARTH, das 1950 erschien, gefolgt 1966 von einer Story-Sammlung um CUGEL THE CLEVER, THE EYES OF THE OVERWORLD.

Auch der vorliegende Novelle gehört im Grunde dem Dying-Earth-Zyklus an.

Dying Earth - die sterbende Erde ...

"Die Zeit ist die ferne Zukunft. Die Sonne flackert wie eine Kerze im Wind. Menschenfeindliche Wesen durchstreifen die Wälder: Graus, Leukomorphen, Deodanden. Die Macht der Zauberer ist verschwunden; die noch Kräfte besitzen, setzen sie in Intrigen und Kämpfen gegeneinander ein. In den Ruinen entlang der Küsten von Ascolais und Almery leben die wenigen Menschen und warten müde und mutlos auf die Stunde, da die Sonne erlischt und die Erde kalt wird ..."

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