Terra Fantasy 11

Degen der Gerechtigkeit

 

 

  • Originaltitel: SOLOMON KANE, THE HAND OF SOLOMON KANE, THE MOON OF SKULLS

    • Stories:

    • Auf dem Pfad der Rache

      • Originaltitel: BLADES OF THE BROTHERHOOD

    • Das Skelett des Magiers

      • Originaltitel: RATTLE OF BONES

    • Der Moorgeist

      • Originaltitel: SKULLS OF THE STARS

    • Schatten des Todes

      • Originaltitel: RED SHADOWS

    • Der Ruf des Dschungels

      • Originaltitel: THE HILLS OF THE DEAD

    • Schritte in der Gruft

      • Originaltitel: THE FOOTFALLS WITHIN

  • Autor: Robert E. Howard

  • Aus dem Amerikanischen von Eduard Lukschandl

  • Titelbild: ?

Die Abenteuer des Solomon Kane

Robert E. Howard, Autor der weltbekannten Conan-Serie, hatte schon in frühester Jugend ein besoderes Interesse für Mythen, barbarische Völker, versunkene Kulturen und dunkle Geheimnisse entwickelt. Diesem Interesse verdanken wir auch die Figur Solomon Kane, Howards ersten Fantasy-Helden.

Solomon Kane, ein Puritaner der elisabethanischen Zeit, ist ein glühender Verfechter der Gerechtigkeit. Auf der Suche nach Abenteuern zieht er durch die Welt. Mit seinem Degen, den er meisterhaft zu führen versteht, rächt er begangenes Unrecht und bekämpft das Böse, wo immer er es findet.

Dieser Band enthält sechs Solomon-Kane-Abenteuer, die Europa und Afrika zum Schauplatz haben.

Vorwort Hugh Walker:

Dies ist der erste von zwei Bänden um den "zornigen Streiter des Herrn", Solomon Kane, einen fanatischen Kämpfer für das Gute in den düsteren Winkeln Englands, Europas und Afrikas Ende des sechzehnten Jahrhunderts. Solomon Kane war die erste von Howards übermenschlichen Heldengestalten - ein puritanischer Abenteurer aus dem Elisabethanischen England, bewaffnet mit Degen und Pistole und dem unerschütterlichen Glauben an die Kraft des gottesfürchtigen Herzens.

Es ist die Zeit Francis Drakes, Walter Raleighs, Richard Grenvilles und Heinrich von Navarras, die Zeit religiöser Fehden in Frankreich, die Zeit der spanischen Inquisition.

Solomon Kanes Gegner sind nicht allein korrupte Edelleute, Banditen, Korsaren, Sklavenhändler, menschenfressende Stämme und barbarische Königinnen des schwarzen Kontinents, sondern auch Werwölfe, Hexen, Magier, Vampire und Bestien des Dschungels.

Howards Vorliebe für versunkene Kulturen, Götter aus vergessener Vorzeit, Barbarische königreiche und dschungelüberwucherte Städte aus dunkler Vergangenheit - es ist alles da, erfüllt von einer tragischen Romantik, die aus Vergänglichkeit erwächst: vor Äonen erloschener Glanz uralter Reiche, von denen nichts blieb als die Mysterien vergessener Städte und Tempel.

Geschichte und Rassentheorien waren Howards Hobby, nicht nur, weil das Thema eine Modeerscheinung in literarischen Kreisen der zwanziger Jahre war, sondern weil es ihn faszinierte. Und viel davon fand Niederschlag in seinen besten Fantasy-Stories.

Im August 1928 erschien die erste Story um Solomon Kane "Schatten des Todes" (RED SHADOWS) in WEIRD TALES, dem ersten Pulpmagazin, das sich ausschließlich auf Horror- und Abenteuergeschichten mit übernatürlichen Elementen spezialisiert hatte und eines der langlebigsten seiner Art war - es erschien von 1923 bis 1954. Viele der bekannten Horror- und Science-Fiction-Autoren schrieben für WEIRD TALES, unter ihnen Clark Ashton Smith, H. P. Lovecraft, Robert Bloch, Edmond Hamilton, Ray Bradbury, Seabury Quinn, August Derleth und Fritz Leiber.

Sieht man von den Fragmenten ab, so besteht da vorhandene Solomon-Kane-Material aus 9 Stories und 2 Gedichten, von denen nur ein Teil zu Howards Lebzeiten veröffentlicht worden war. Manche wurden erst ziemlich spät in Howards Nachlaß entdeckt.

1968 erschienen zum ersten mal alle Stories, Gedichte und Fragmente gesammelt in einem Band unter dem Titel RED SHADOWS. 1969 bis 1971 gab Centaur Press den Band in drei Taschenbüchern heraus.

Wir bringen hier eine erste Auswahl von 5 Stories. Ein zweiter Band mit dem restlichen Material ist geplant. In unseren deutschen ausgaben werden die Fragmente und Gedichte nicht enthalten sein, da sie nur für den Howard-Bibliophilen von Interesse sind.

Howard-Fans brauchen dennoch nicht auf dieses Material verzichten. MAGIRA, die Zeitschrift des Fantasy-Cluns, wird die unveröffentlichten Teile seinen Mitgliedern und Abonnenten zugänglig machen. Die erste Howard-Sonderausgabe wird im September erscheinen.

H. P. Lovecraft schreibt in einem Nachruf über Howard und Solomon Kane:

"Mit diesen Geschichten begann Mr. Howard, was sich als eines der wirkungsvollsten Elemente seiner Erzählungen entpuppen sollte - die Beschreibung gewaltiger steinerner Städte aus der älteren Welt, deren Türme und Gewölbe und Labyrinthe eine Aura von Furcht und nekromantischem Grauen ausstrahlen und die schon alt waren, bevor der Mensch kam. Keiner vermochte das so wie er. Mit diesen Geschichten begann auch eine andere Entwicklung - die seiner unübertrefflichen Art und Weise der Beschreibung blutiger Auseinandersetzungen, die ein so typischer Bestandteil seines Werkes wurde ..."

Man darf nicht mißverstehen. Howard schwelgt nicht in orgiastischen Blutbädern, wie ihm das häufig vorgeworfen wird. Der aufmerksame Leser wird erkennen, daß er überflüssige Details vermeidet, daß er seine Schlacht, einen Kampf nicht glorifiziert, sondern daß er mit machtvollen Worten den ganzen Kataklysmus eines so gewaltigen Geschehens wie es eine Schlacht gegen die Römer in den Erzählungen Bran Mak Morns (TERRA-FANTASY Nr. 3), Und er tritt mehr noch zutage in seinen historischen Novellen als in seinen Fantasy-Stories.

Das ist das, was alle seine Nachahmer nicht zuwege brachten. Über ihre Schlachten und Kämpfe liest man hinweg, als wären sie nichts, ein Abenteuer, aus dem der Held hervorgeht, ohne daß es uns besonders aufregt.

Auch Howards Helden überleben Schlachten, das ist nicht der Punkt. Aber man erlebt und überlebt sie mit. Den Schweiß, das Blut, Tragik und Wut und Enttäuschung und Grauen. Es ist eine Art phantastischer Realismus.

Auch in den Solomon-Kane-Stories ist das zu spüren, wenn auch in geringeren Maße als in seinen späteren Erzählungen um Brian Mak Morn, Conan, Brule und Kull.

Howard war ein großer Autor. Ich bin nicht der erste, der es sagt.

Illustrator Roy G. Krenkel schreibt in seiner Einleitung zu Howards THE SOWERS OF THANDER, einer Sammlung von vier historischen Novellen, die er mit über hundert Illustrationen versah:

"Seine Worte klangen wie eherne Hämmer auf dem Anboß der Götter ... dunkler Götter ..."

Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

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